Verkauf ist im Zweifel besser als der Leerstand

Immobilienexpertin informiert über aktuelle Anforderungen an Vermieter

Harsewinkel. 26. Oktober 2016. Vermieter werden ist in diesen Tagen leichter als Vermieter sein. Darauf einigten sich Dienstagabend rund 50 Hausbesitzer, die zu einem Infoabend der Harsewinkeler Immobilienexpertin Petra Käuper ins Waldschlösschen nach Marienfeld gekommen waren.

Das Angebot an leerstehenden Mietwohnungen ist so klein wie selten zuvor, die Nachfrage wächst rasant weiter. Bis zu 40 oder gar 50 Anfragen auf eine freie Wohnung sind mittlerweile normal. Die Auswahl der richtigen Mieter ist aktuell die größte Herausforderung für Vermieter. Hinzu kommen teure Sanierungsbedarfe an oft älteren Häusern sowie unzählige neue Gesetze, Verordnungen und Gerichtsurteile, die Vermieter beachten müssen. Dazu gehören zum Beispiel ein Energieausweis, Rauchwarnmelder auf allen Fluchtwegen im Haus, die Legionellenprüfung alle drei Jahre oder die fristgerechte Wohnungsgeberbescheinigung für ein- und ausziehende Mieter.

Die Harsewinkeler Maklerin Petra Käuper, die seit mehreren Jahren auch eine Hausverwaltung betreibt, berichtete den Gästen darüber, wie sie und ihr Team die Spreu vom Weizen trennen und sich für mögliche spätere Probleme wappnen. Eine gewichtige Rolle dabei spielt die sogenannte Mieterselbstauskunft, ein Formular, das Mietinteressenten noch vor der Besichtigung ausfüllen sollten. Wichtig zu wissen: Spätere Räumungsverfahren beschleunigen sich, wenn sich herausstellt, dass der Mieter darin offensichtlich falsche Angaben gemacht hat.

Käuper berichtete auch, dass immer mehr ältere Vermieter das Management ihrer Mietwohnungen oder Mehrfamilienhäuser in die Hände von Profis geben. Die kümmern sich um die Nebenkosten, managen die nötigen Handwerker und ziehen die Mieten ein. Neue Mieter auszuwählen gehört bei den leistungsstarken Verwaltern ebenso dazu, wie die Abwicklung von Kündigungen oder Mietsteigerungen.

Alternativ könne man die Sanierung einer Immobilie und das Kümmern um die Mieter auch Kindern oder Enkeln übertragen, sofern diese nicht die damit verbundene Arbeit scheuen. Im Zweifel sei sogar ein Verkauf die bessere Wahl als der Leerstand, weiß Petra Käuper: „Für alte Immobilien oder Objekte in nicht so guten Lagen werden Sie oder Ihre Erben nie wieder so viel Geld bekommen wie heute.“